-jekte
Es gibt -jekte.
Und jetzt könnte man Fragen, was ein -jekt ist, aber schon diese Frage führt in die falsche Richtung. -jekte lassen sich nicht definieren:
- Sich nicht unter einen Begriff bringen, außer eben als -jekt – aber das ist eher der Name einer Familie. Als -jekte sind sie -worfene, und man kann sich überlegen, durch wessen-Wurf-wohin sie zur Existenz finden.
- Sich nicht voneinander abgrenzen (jedenfalls nicht, ohne ihnen Gewalt anzutun), denn die -jekte gehen ineinander über und unter, sie werden durch sich anders und sind andere zugleich (Subjekte werden Objekte, Rejekte werden Dejekte, Ejekte sind Objekte oder Subjekte)
Deswegen wollen (und eben können) wir sie nicht einfangen oder kategorisieren. Stattdessen suchen wir sie in ihrem natürlichen Habitat und beobachten ihr – durch ihr Präfix bestimmtes – Verhalten.
Die häufigsten -jekte sind Subjekt und Objekt. Oft treten sie zusammen auf, das Subjekt zeigt sich dann als ein Untergeworfenes (Vorausgesetzes, vielleicht findet man unter ihm noch das Patjekt) und das Objekt als Hin- oder Entgegengeworfenes. Interessant ist, dass -jekte ohne größere Umstände zwischen Ob- und Sub- wechseln können, und eine ganze Reihe anderer -jekte macht sich diese Möglichkeit der sub oder ob -jektivierung zunutze.
Man kennt das Adjekt, das hinzugeworfen wird oder wirft und dadurch andere -jekte bestimmt, das Konjekt, das zusammenbringt und verbindet und das Interjekt, das immer nur da-zwischen auftritt. Zur Gruppe der Quasi-Subjekt-Objekt-jekte gehören auch das Dejekt und das Abjekt, die randständige Existenzen im noch-nicht-ganz-Außen, an den Grenzen führen. Wird das Dejekt wirklich ausgeworfen, wird es Ejekt. Seinen Gegensatz findet das Ejekt im Injekt, das hinein kommt – es wenigstens versucht, denn jedes Injekt kann Rejekt werden.
Ein besonderer Fall ist natürlich das Grupjekt, dass sich je nach Blickwinkel in Subjekte zerlegt oder als einzelnes, ganzes auftritt (ohne Beobachter muss man es sich in einer Art Superposition vorstellen). Besondere Fälle sind außerdem die -jekte, die sich zwischen (und nicht in entweder-oder) Subjekt und Objekt ansiedeln. Hier findet man das Abjekt, sofern es weder-noch sein darf und in der Ambiguität gefangenhalten wird, und hier findet man Unjekte, die sowohl-als-auch sein wollen, sich weder innen, noch außen aufhalten und insofern gerade die Differenz von Subjekt und Objekt, System und Umwelt -jektivieren (dabei aber oft in Konflikt mit den Katjekten geraten).
Hier ist man schon mitten unter den -jekten, die nicht eine Seite einer Differenz, sondern Differenzen selbst bezeichnen. Man trifft hier das Trajekt und seine Trajektorie, die Einheit von Kontinuität und Diskontinuität. Schwer zu unterscheiden (wie der Tänzer vom Tanz) dürfte das Trajekt das sein, was da fliegt, was da gepasst wird. Nicht zu übersehen das Projekt, das sich, der Trajektorie nicht unähnlich, in der Zeit ausdehnt und etwas voraus-wirft. Außerdem zu beobachten ist hier eine Art, die wir auch als Rejekt bezeichnen müssten: Ein Ejekt, das sich zurückwendet, wieder-kehrt. Das -jekt des re-entry, ein Rejekt-Injekt also.
Wo das Rejekt-Injekt wohnt, ist das Katjekt nicht weit. Es hält sich für besonders, weil es alle anderen -jekte auffressen kann. Es taucht überall auf, wo man andere -jekte beobachten kann und biedert sich an, sie zu zerlegen in ihre Differenzen und Kontexte. Katjekte sind oft zu finden neben Abjekten und Unjekten, aber spätestens wenn sie versuchen, diesen -jekten ihre Form aufzuzwingen, zerbrechen die -jektgruppen wieder.